Rezension: Die Sturmschwester – Lucinda Riley

Titel: Die Sturmschwester

Autor: Lucinda Riley

Reihe: Ja – Teil II der „Sieben Schwestern“

Verlag: Goldmann Verlag

Seitenzahl: 570 Seiten

Veröffentlichung: 10. April 2017

Preis: 9,99 €

ISBN: 978-344-248-624-3

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Ally d’Aplièse steht an einem Wendepunkt: Ihre Karriere als Seglerin strebt einem Höhepunkt entgegen, und sie hat den Mann gefunden, mit dem sich all ihre Wünsche erfüllen. Da erhält sie völlig unerwartet die Nachricht vom Tod ihres geliebten Vaters. Ally kehrt zurück zum Familiensitz am Genfer See, um den Schock gemeinsam mit ihren Schwestern zu bewältigen. Sie alle wurden als kleine Mädchen adoptiert und kennen den Ort ihrer Herkunft nicht. Aber nun erhält Ally einen mysteriösen Hinweis durch ein Buch in der Bibliothek ihres Vaters – die Biographie eines norwegischen Komponisten aus dem 19. Jahrhundert. Allys Neugier ist geweckt, und sie begibt sich auf die Reise in das raue Land im Norden. Dort wird sie ergriffen von der Welt der Musik, mit der sie tiefer verbundener ist, als sie es je hätte ahnen können. Und Ally begreift zum ersten Mal im Leben, wer sie wirklich ist …

Leseprobe & Buch-Trailer

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„Im Moment der Schwäche wirst Du Deine größte Stärke finden.“

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VORSICHT SPOILER!

In diesem zweiten Teil der „Sieben Schwestern“-Reihe geht es um die zweitälteste Tochter Ally. Ähnlich wie der erste Teil beginnt die Story mit dem Tod des Adoptivvaters Pa Salt und Ally begibt sich auf die Suche nach ihrer wahren Herkunft. Nur mit einem hinterlassenen Buch in norwegischer Sprache ausgerüstet, begibt sie sich nach dem Tod ihres Vaters und wenig später verstorbenen Verlobten auf die Suche nach ihrer familiären Abstammung. Dabei begibt Sie sich in die musikalische Geschichte von Norwegen und kommt ihrer Familiengeschichte immer näher…

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Wie jedes Cover der Lucinda Riley-Romane ist auch dieses wieder mit einer sehr schönen Landschaft versehen. In mystischem blau und silber gehalten, zeigt es ein Segelboot, welches nicht nur die Leidenschaft, sondern auch das dramatische Schicksal der Protagonistin Ally wiederspiegelt.

Gestalterisch sind das Cover und auch der Buchrücken dem ersten Teil sehr ähnlich und sie passen im Regal gut zueinander. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass es bei den noch folgenden Teilen genauso wird 😉

Bevor das Buch startet, bekommt man als Leser noch einmal eine Übersicht über die Familie um Adoptivvater Pa Salt und seine Töchter. Zusätzlich gibt es einen Stammbaum der Familie Halvorsen, um die es im historischen Teil des Buches geht. Grundsätzlich bin ich ein Freund von Stammbäumen, die es einem erleichtern in die Familienzusammenhänge einzutauchen. Nur leider greift dieser Stammbaum der Geschichte sehr weit voraus und verrät einen den zwar vorhersehbaren, aber  trotzdem zunächst unbekannten großen Teil der Story. Sehr schade!

Positiv dagegen viel mir die Gestaltung der Kapitel- bzw. Zeitübergänge auf. Diese sind mit kurzen Notenzeilen aus Stücken, welche im Buch vorkommen versehen. Eine wirklich schöne Idee, die nicht nur zur Story passt, sondern auch mal eine tolle Abwechslung bei den sonst so einfachen Kapitelübergängen.

Als kleines Extra lässt sich am Ende des Buches noch ein Interview mit der Autorin Lucinda Riley finden und als kleine Kostprobe eine Leseprobe für den dritten Teil. Ein gemeiner Schachzug bei einem Bücherwurm wir mir 😊

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Lucinda Riley, wie sie leibt und lebt. Das Buch lässt sich wie so viele ihrer vorherigen Bücher sehr gut lesen und die Seiten rieseln nur so dahin. Zugegeben brauchte ich sowohl bei der Geschichte um Ally als auch ihrer Vorfahrin Anna ein wenig länger um in die Story einzutauchen und mitzufiebern, aber schlussendlich war es wieder ein wunderbar leicht geschriebenes Buch, mit optimalen Kapitellängen und genau abgepassten Zeitsprüngen. Inhaltlich wechselt die Geschichte dabei zwischen Allys Story der Gegenwart und ihrer Familiengeschichte um Anna aus den Norwegen des 19. Jahrhundert. Beide Facetten ließen sich gut lesen, wobei sie sich im Stil ein wenig unterschieden. Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass jeder Teil für sich, absichtlich stilistisch verschieden gestaltet wurde. Für den Lesefluss ein toller Zug der Autorin.

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Es fällt mir immer wieder schwer die Romane von Lucinda Riley zumindest ansatzweise Objektiv zu behandeln. Denn egal welches Buch ich von ihr gelesen habe, ich war von allen begeistert. So auch bei „Die Sturmschwester“. Zugegeben, ich hatte zu Beginn ein paar Bedenken, dass es langweilig losgehen könnte, da man den Aufhänger der Geschichte ja schon aus Teil 1 kannte. Doch Riley hat mich eines Besseren belehrt.

Sie schafft es mit geschickt verpackten Schnipseln und Andeutungen die Brücke zum vorherigen Teil zu schlagen, ohne den Leser mit bereits bekannten Wissen zu langweilen. Somit entstand für mich auch der Eindruck, dass man die Bücher der sieben Schwestern nicht zwingend in der richtigen Reihenfolge lese muss. Zwar erschienen die ersten 30 Seiten ein wenig träge aber mit Beginn der neuen Story und einem anfreunden mit der neuen Protagonistin Ally war dies so schnell vergessen, dass ich dieses Buch wieder einfach nur weiterempfehlen kann.

Auch schafft es Riley einem den Übergang vom ersten zum zweiten Teil mühelos zu ermöglichen. Für mich, bei der der erste Teil schon vor einer ganzen Weile verschlungen wurde, war es eine Leichtigkeit die Charaktere wieder einander zuzuordnen und deren Eigenschaften ins Gedächtnis zu rufen. Meiner Meinung nach keine leichte Aufgabe bei der Fülle an Schwestern 😊 Oftmals musste ich auch lesen, dass dieser Teil schwächer als „Die sieben Schwestern“ ist. Dem kann ich mich nicht anschließen. Ich fand diesen Teil sogar besser.

Auf Grund der verschiedenen historischen Zeiten in denen sich das Buch bewegt, kommt weder eine langweilige Monotonie, noch ein zu rasanter Zeitsprung vor. Zwar benötigten die Teile ihre Zeit der Entwicklung, um sich dann auch wirklich zu etwas Fesselndem zu entfalten, aber dies war auf keinen Fall zu langgezogen. Mir persönlich schwang dabei immer eine gewisse Vorahnung mit, die mir das Gefühl gab (und später auch bestätigte wurde), dass dieser Teile der Reihe wesentlich dramatischer ausfallen würde als Teil 1. Sowohl die Story um Ally als auch die um ihre Vorfahrin Anna wiesen tolle Parallelen auf, die beide Charaktere zu echten Lieblingen machten. Grundsätzlich erschien mir Anna dabei ein wenig zu naiv und blauäugig, aber schreiben wir dies einmal der Zeit des 19. Jahrhunderts zu…

Loben muss ich auch die geographischen, stadthistorischen und musikalischen Recherchen von Lucinda Riley. Zwar bin ich selber auf keinem der drei Gebieten ein Experte, aber als Laie wirkte alles sehr detailliert und genau bedacht und untersucht. Dieser Mix aus detailreichen Umschreibungen, gelungenen Charakteren und Spannungen auf verschiedensten historischen und menschlichen Ebenen, machen dieses Buch zwar zu einem dramatischeren, aber dennoch mehr als gelungenen Teil der Schwestern-Reihe, welcher wie schon Teil 1 mit einem gemeinen Cliffhanger endet.

Insgesamt gelingt es Riley die Menge an verschiedenen Charakteren aus unterschiedlichen Epochen so zu vereinen, dass beim Leser keinerlei Verwirrungen entstehen. Ich konnte den Zeitsprüngen ohne Mühen jederzeit Folgen ohne in den Sumpf der Jahreszahlen gezogen zu werden. Auch die anfängliche Länge von fast 600 Seiten, welche mich anfangs abschreckte, ist genau die Länge, die dieses Buch braucht.

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Eine mehr als gelungene Fortsetzung mit viel Dramatik, aber auch ein reichlichen Portion Gefühl. Lucinda, weiter so!

4,5/5Bildergebnis für stern

written by marielle_booklove

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